Abschlusspräsentation des Wiesbadener Tabletprojekts

Abschluss Schüler137 Tablets, vier Wiesbadener Schulen, drei Betriebssysteme – mehr als 1,5 Jahre beschäftigte sich das Tablet-Projekt in der Landeshauptstadt mit Fragen rund ums Lehren und Lernen mit mobilen Geräten. Sukzessive wurden Klassen an der Oranienschule (iOS), Diltheyschule (Android) und Gutenbergschule (Windows 8) ausgestattet. Die iPad-Ausleihe an der Elly-Heuss-Schule, die als erstes Teilprojekt im Sommer 2012 an den Start ging, wurde nach der Testphase bereits für weitere Klassen geöffnet.

Ziel des unter Federführung des Schulamtes Wiesbaden aufgesetzten Projekts war es, die Möglichkeiten, moderne Medien im Unterrichtsalltag zu nutzen, auszuloten und erproben. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch die renommierten Medienpädagogen Prof. Dr. Stefan Aufenanger und Luise Ludwig vom Institut für Erziehungswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Unterstützt wurde die Studie vom Hessischen Kultusministerium.

Mit einer Präsentationsveranstaltung fand das Wiesbadener Tablet-Projekt am Dienstag, 18. März 2014 im Kulturforum einen vorläufigen Abschluss. Schülerteams der Projektschulen begeisterten die Zuschauer durch ihren selbstbewussten Vortrag sowie das hohe Niveau ihrer Medienkompetenz und vermittelten einen Eindruck, welche vielfältigen Einsatzszenarien mit dem modernen Medium möglich sind.

Professor Aufenanger stellte in seinem Impulsreferat aktuelle Trends und Debatten zum Tableteinsatz in Schulen vor (Aufenanger Tablets in Schulen_0314). Mit Spannung erwartet wurden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Projekt.

Dabei wurde deutlich, dass keines der eingesetzten Geräte priorisiert wird. Alle warten mit einem hohen technischen Standard auf und weisen gewisse Vor- und Nachteile auf, die je nach Anwendungszweck relevant werden können.

Die Lehrer sind überzeugt von den Vorteilen des Einsatzes im Unterricht und weisen zum Beispiel auf eine erhöhte Motivation hin. Sehr interessant ist, dass die Schüler weniger euphorisch sind und kaum auf einen vollumfänglichen Einsatz drängen, sondern die Tablets dann nutzen möchten, wenn sie einen Vorteil gegenüber anderen Medien oder Unterrichtsszenarien bieten. Die Schüler bewerten die Erfahrungen mit dem Tabletlernen insgesamt mit der Schulnote 2,6.

Die Befürchtung, dass die Arbeit mit Tablet-Computern im Unterricht zu mehr Vereinzelung der Schüler führen würde, konnte sich nicht bestätigen. Die Schüler bevorzugen die Arbeit zu zweit oder in der Gruppe deutlich. Mit großem Interesse wurden die Handlungsempfehlungen von Herrn Prof. Aufenanger aufgenommen, die er hinsichtlich pädagogischer Fragestellungen und systematischer Umsetzungsstrategien für die Planung weiterer Tablet-Projekte in Schulen gab.

Einen Überblick über den Vortrag und weitere Informationen gibt die Präsentation ”Wissenschaftliche Begleitforschung de Pad-Projekte in Wiesbaden” (Wissenschaftliche Begleitforschung). Weitere Eindrücke von der Abschlussveranstaltung können Sie dem Bericht „Einsatz in der Schule hat Zukunft“ des Wiesbadener Kuriers entnehmen (Bericht Wiesbadener Kurier). Sonstige Informationen zur Veranstaltung und der vollständige Evaluationsbericht werden zeitnah folgen.

Wie die einzelnen Schulen ihre medienpädagogischen Bemühungen nach Abschluss der Pilotphase des Tablet-Projekts gestalten werden, wird nach Führen der Abschlussgespräche mit den Projektbeteiligten ebenfalls an dieser Stelle veröffentlicht werden.

Eine erste Fortsetzung findet das Tablet-Projekt insofern, als im Rahmen der Modellregion Inklusion Wiesbaden der Einsatz von Tablets im Unterricht von Förderschulen und inklusiv arbeiten Grundschulen unterstützt werden soll. Dazu erhalten Wiesbadens Schulen im kommenden Schuljahr die Möglichkeit, über das Medienzentrum Wiesbaden iPads auszuleihen und dort auch systematische Einführungen und fachdidaktische Workshops abrufen zu können. Inklusion und Tabletlernen Projektskizze 2014-03-20

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