Aller Anfang ist schwer …

Nicht ganz einfach gestaltete sich in den vergangenen Wochen die Auswahl der Apps – unter anderem auch deswegen, weil es bei iTunes kein spezielles Verzeichnis für schultaugliche Apps gibt. Welche App ist also sinnvoll, welche ist überflüssig und welche wird ganz dringend gebraucht? „Wie findet man denn die Dinger überhaupt?“, fragte Lehrer Michael Eismann bei der Übergabe der iPads am Montag geradeheraus – rundum zustimmendes Nicken … Denn wer nicht weiß, wie die gesuchte App heißt, kann auch nicht danach suchen und unter dem Suchwort “Schule” erhält man viele Hits – aber keine App-Vorschläge.

Schritt 1: eringo-Trainerin Sandra hatte als dringend notwendig empfohlen: „Pages“* – das Equivalent zu Word, das auch Dokumente aus Word exportieren und lesen kann. „Keynote“* – eine Präsentations-App, die Power Point-Dokumente liest und das Erstellen von Präsentationen im Unterricht intuitiv und leicht ermöglicht. „Numbers“* – ersetzt Microsofts Excel und wird zum Beispiel im Mathe-Unterricht gebraucht.

*Die Links führen zur Beschreibung der drei Apps.

Schritt 2: Zusätzlich suchten sich die beteiligten Fachkonferenzen der EHS aus Blogs, Foren, Magazinen und anderen Quellen Apps zusammen, die im Unterricht brauchbar und empfehlenswert sind. Es gibt viele kostenlose Apps für den Schulbereich, aber nicht gerade wenige sind eben auch kostenpflichtig. Apple und REDNET stellten zum Betanken der iPads für das Pilotprojekt deshalb einen 50 Euro Gutschein pro iPad zur Verfügung.

Der Haken: Auf jedes Tablet müssen dieselben Apps aufgespielt werden, damit alle Schüler und Lehrer die gleichen Unterrichtsvoraussetzungen haben. „Zwei naturwissenschaftliche Apps hier drauf und drei andere für Mathe da drauf – das macht wenig Sinn, wenn dann bei einem Projekt die Hälfte der Klasse die benötigte App nicht auf dem iPad zur Verfügung hat“, erklärte REDNET-Techniker Nils Korndörfer bei der Übergabe. Der gesamte Gutschein-Wert von 1.650 Euro erlaubt also „nur“ eine Auswahl von Apps mit einem Gesamtwert von 50 Euro und die müssen dann für alle Tablets aufgespielt und bezahlt werden. Aufgrund eines Missverständnisses suchten die beteiligten Fachkonferenzen allerdings Apps mit einem Gesamtwert aus, der die 50 Euro überstieg. Schon die dringend benötigten „Pages“, „Keynote“ und „Numbers“ kosteten nämlich zusammen knapp 24 Euro.

Ja, auch Missverständnisse zwischen den vielen beteiligten und engagierten Parteien gehören zu den Anlaufschwierigkeiten bei einem solchen Pilotprojekt! Wichtig: Die Kommunikation muss fließen – soll heißen, dass Probleme, Missverständnisse und Schwierigkeiten aber auch Positives und Wissenswertes immer kommuniziert werden sollten. Einem seriösen IT-Ausstatter und/oder engagierten Vertretern von Schulamt und Medienzentrum wird es immer daran gelegen sein, die metaphorischen Steine schnellstmöglich aus dem Weg zu räumen.

Auch an der Gesamtschule Reichshof wird bereits seit Monaten fleißig mit den iPads gelernt. Lehrer Jens Schunke-Galley stellte der Wiesbadener Schule spontan die bewährte App-Liste seiner Schule zur Verfügung.

Zweiter Anlauf: REDNET aktivierte umgehend Kontakte zu einer Projektschule in Reichshof (NRW). Auf kürzestem Wege schickte der IT-Beauftragte/Lehrer Jens Schunke-Galley die bewährte „App“-Liste seiner Schule, die er gemeinsam mit seinen Kollegen für eine Projektklasse erstellt und seit Monaten gepflegt hat. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle der Gesamtschule Reichshof und besonders Herrn Schunke-Galley!!! (Mehr über dieses thematisch verwandte Projekt unter www.sportklasse-reichshof.de, auf www.rednet.ag oder ab 3. September im Bildungsmagazin L.A.Multimedia) Nach einem Abgleich mit dieser Liste und einer schulinternen Diskussion der Bedeutung der ursprünglich ausgewählten Apps waren schlussendlich Applikationen im Wert von weiteren knapp 21 Euro auf der finalen Kaufliste gelandet. Damit sowohl der Testlauf drei Tage nach Übergabe der iPads, als auch der Start in den iPad-Unterricht am Tag danach, so reibungslos wie möglich abgewickelt werden konnte, kümmerte sich Techniker Nils vor Ort gemeinsam mit der Projektverantwortlichen Christina Dietz um die Betankung der Tablets mit den restlichen Apps.

Fazit: Es konnte am Donnerstag eifrig getestet und mit entsprechender Zuversicht in den Unterricht gestartet werden. Durch das gemeinsame Betanken der iPads und das damit verbundene „Anlernen“ der Verantwortlichen können die Tablets künftig ohne Hilfe unkompliziert in der Schule mit weiteren Apps bespielt werden. Und: Es bleibt ein kleiner Rest vom Guthaben für weitere App-Anschaffungen in der Zukunft übrig.

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