Es war viel los … II

Tablet-Projekt Wiesbaden auf der didacta in Köln

didacta_RGBGefolgt wurde die Informationsveranstaltung in der Elly-Heuss-Schule von der größten europäischen Bildungsmesse „didacta“, die vom 19. bis 23. Februar in Köln stattfand. An dem von REDNET organisierten Gemeinschaftsstand trafen sich Lehrer, Vertreter von Schulträgern, Medienzentren und Instituten sowie Medienpädagogen aus ganz Deutschland, um in einem außergewöhnlichen Vortragsprogramm von ihren erfolgreichen IT-Projekten zu berichten. Mit dabei waren gleich mehrere Vertreter des Tablet-Projekts Wiesbaden.

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Am Messe-Mittwoch stellte EHS-Musiklehrer Jan Grenner einer Gruppe von Messebesuchern das Ausleihe-Modell an der Elly-Heuss-Schule vor und berichtete, wie er die Lernsituation mit dem iPad wahrnimmt. Für die interessierten Zuhörer erläuterte er, welche Fragestellungen an den Unterricht er wahrnimmt und welche Apps er nutzt, um seinem Kurs Musik und Noten, aber auch zum Beispiel Teamwork und Kreativität näher zu bringen. Nach dem Vortrag ergab sich eine kleine Diskussionsrunde. „Toller Vortrag“, sagte ein Gast im Anschluss, „Ich finde den Austausch von Lehrer zu Lehrer super – da erledigen sich viele Fragen zum Thema digitales Lernen praktisch von alleine.“

Podium zum Tablet-Projekt Wiesbaden am Messe-Freitag

Podium zum Tablet-Projekt Wiesbaden am Messe-Freitag

Einen enormen Zulauf verzeichneten am Messe-Donnerstag und -Freitag die Podien zum Tablet-Projekt Wiesbaden. Lothar Spies vom Staatlichen Schulamt für den Rheingau-Taunus-Kreis und die Landeshauptstadt Wiesbaden berichtete wie das Projekt zustande kam und welche Herausforderungen bei der Koordination zu berücksichtigen waren. „Regelmäßige Treffen zum Austausch zwischen allen Projektbeteiligten und eine gute Kommunikation sind das A und O“, so Medienberater Spies. Die Medienpädagogen Prof. Dr. Stefan Aufenanger und Luise Ludwig von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bereicherten je an einem der Vortragstage die Runde mit Informationen zum allgemeinen Stand in Sachen Lernen mit dem Tablet in Deutschland.

von links: Moderatorin Anne Geier (REDNET), Lothar Spies (Staatl. Schulamt), Prof. Dr. Stefan Aufenanger (JGU), Lehrer Jens Schunke-Galley und Gerd Pothmann (Mobiles Lernen)

von links: Moderatorin Anne Geier (REDNET), Lothar Spies (Staatl. Schulamt), Prof. Dr. Stefan Aufenanger (JGU), Lehrer Jens Schunke-Galley und Gerd Pothmann (Mobiles Lernen)

„Obwohl im vergangenen Jahr nicht nur Positives über das Lernen mit Tablets zu hören war – oder vielleicht gerade deswegen – haben sich viele deutsche Schulen aufgemacht, um das Arbeiten mit den mobilen Endgeräten auszuprobieren“, sagt Luise Ludwig. Aufenanger und Ludwig plädierten für einen pädagogisch sinnvollen Einsatz der Geräte im Unterricht und begleiten diesen unter anderem an der Elly-Heuss-Schule und Oranienschule. Erfahrungen aus dem täglichen iPad-Unterricht steuerte einer der ersten Tablet-Pädagogen Deutschlands, Jens Schunke-Galley von der Gesamtschule Reichshof (NRW), bei. Er startete 2011 mit einer der ersten iPad-Klassen und berichtete von den positiven Zwischenergebnissen der wissenschaftlichen Projekt-Evaluation. Fragen zur Umsetzung einer Elternfinanzierung für Tablet-Klassen beantwortete Gerd Pothmann vom REDNET-Partner Mobiles Lernen.

Podium Spies-Aufenanger-Galley-Pothman_3Am letzten Messetag (Samstag) reisten Lehrer und Schüler der Oranienschule nach Köln. Im moderierten Gespräch erzählten Klassenlehrerin Jennifer Radke und Erdkundelehrer Christian Reinsch, wie sie den Start ins iPad-Projekt im vergangenen Dezember wahrnahmen. Für das Publikum besonders interessant waren sicherlich die Informationen zur Nutzungsordnung sowie zur Unterrichtsvorbereitung. „Man bekommt in so einer Gesprächssituation ein viel realistischeres Bild davon, wie es ist mit Tablets zu unterrichten“, sagte eine Lehrerin nach dem moderierten Beitrag.

 

Digitale Schulbücher

Startseite www.digitale-schulbuecher.de

Startseite www.digitale-schulbuecher.de

An allen Programmpunkten der fünf Messetage nahmen übrigens auch immer wieder Vertreter von Schulbuchverlagen teil. „Uns interessiert, wie das Schulbuch der Zukunft aussehen muss, um in einen modernen, mobilen Unterricht zu passen“, sagte eine Mitarbeiterin des Klett Verlags. Der Grundtenor der Schulbuchverlage lautete auf der didacta: Bis spätestens Ende des Jahres werden die meisten Schulbücher auch in digitaler Form erhältlich sein. Die Lizenzen dafür sollen etwa ein Drittel der gedruckten Bücher kosten. Zu den Vorreitern des Projekts „Digitale Schulbücher“ des Verbands Bildungsmedien e.V. gehört beispielsweise der Bildungsverlag EINS der aktuell schon rund 150 Neuauflagen für die berufliche Bildung in digitaler Form veröffentlicht hat. Diese und weitere digitale Schulbücher finden sich auf www.digitale-schulbuecher.de. Viele Bücher sind zudem bereits mit ergänzendem Unterrichts- und Zusatzmaterial verlinkt.

Diese Verlage machen mit beim Projekt "Digitale Schulbücher".

Diese Verlage machen mit beim Projekt “Digitale Schulbücher”.

Notizen im Buch und Aktualisierungen durch den Verlag werden automatisch synchronisiert – die aktuellste individuelle Buch-Version steht so jederzeit und auf jedem Gerät zur Verfügung. Im Idealfall werden aus diesen noch recht rudimentären PDFs dann in naher Zukunft lebendige digitale Bücher mit dynamischen Grafiken, Video- und Audiosequenzen – selbstständige Erweiterung (z.B. mit der Dokumentation eines Experiments mit Bildern und Notizen aus dem Unterricht) erwünscht!

Trends in der Schul-IT

Insgesamt waren auf der didacta im Bereich der Schul-IT zwei starke Trends zu erkennen: „Auf unserem rund 130 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand hatten Tablets im Allgemeinen und die unabhängige Lernplattform itslearning im Besonderen den größten Zulauf“, berichtet Walter Steffens von REDNET. _DSC0656 Hoch im Kurs standen zudem die Workshops der Medientrainer von eringo, die auch schon die Lehrer von EHS und Oranienschule für das Unterrichten mit iPads fit machten. _DSC0589

 

Von den im Programm vorgestellten Projekten ließen sich übrigens nicht nur viele Lehrer inspirieren: „Unser Stand war praktisch an allen Messetagen eine Netzwerkplattform für Pädagogen, Medienzentren-Beauftragte, Medienberater sowie -pädagogen und Entscheider aus verschiedenen politischen Ebenen aus ganz Deutschland. Auch für viele Vertreter aus Ministerien waren wir eine wichtige Anlaufstelle“, so Steffens. Vor allem über die tolle Resonanz aus dem abwechslungsreichen und spannenden Programm, zu dem unter anderem auch die Vertreter der Wiesbadener Projekte beitrugen, freuten sich die Mainzer Standorganisatoren.

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