Unterricht im Rahmen des Medienkompetenzrasters an der Grundschule Schelmengraben

Medienentwicklungsplan soll von mobilen Erfahrungen profitieren

Projektorientierung an Medienkompetenzraster

Im Zeitalter von Bildungsstandards und kompetenzorientiertem Unterricht stehen nicht mehr die Unterrichtsthemen im Vordergrund der Didaktik des Unterrichts, sondern das „Können“ als Kompetenz, schulisches Wissen auf neue Herausforderungen anwenden zu können. Vor dem praktischen Start des Projekts an der Grundschule Schelmengraben nahm sich Lehrer und IT-Beauftragter Hans-Christian Dederer das in fünf Dimensionen untergliederte Medienkompetenzraster vor:

1)      Bedienen und Anwenden

2)      Informieren und Recherchieren

3)      Kommunizieren und Kooperieren

4)      Produzieren und Präsentieren

5)      Analysieren und Reflektieren

 

IMG_0103Ziel des Projekts an der GS Schelmengraben sollte die Erfüllung aller fünf Elemente und ein dementsprechend geplanter Unterricht mit und ohne iPads sein. „Punkt 1 umfasste im Projekt beispielsweise das Lernen über Medien“, erklärt Hans-Christian Dederer die Konzeptionierung. Nach dem ersten Austeilen wurden die Geräte deshalb ausführlich gemeinsam unter die Lupe genommen und im Plenum die Bedienung geklärt. Auch die „Do´s & Don´ts“ im Umgang mit den Geräten wurden festgelegt.

Punkt 2 setzte Hans-Christian Dederer mit seiner vierten Klasse dann unter anderem in kleinen Internetrecherchen um. In der „Schlaufuchsstunde“ trugen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise Informationen über ein aktuelles Thema zusammen und stellten es dann in Form eines Posters oder einer Präsentation der Klasse vor. Zum Arbeitsauftrag gehörte neben der Präsentation des Arbeitsergebnisses auch die Reflektion darüber, ob das iPad in diesem Fall das richtige Medium war (Punkt 5).

Nina und Dunia stellen gemeinsam eine Geschichte zusammen. Die Protagonistinnen sind ihre Barbies.

Nina und Dunia stellen gemeinsam eine Geschichte zusammen. Die Protagonistinnen sind ihre Barbies.

Lehrer wird zum Moderator

Das im Medienkompetenzraster geforderte Kooperieren (Punkt 3) ergab sich dadurch, dass immer zwei Kinder mit einem iPad arbeiteten und so auch miteinander das angestrebte Lernprodukt aushandelten. „In diesem gezielt angestrebten Setting war ich als Lehrer eher Lernpartner – zugleich aber eben auch der Moderator, der den Unterricht und die Anstrengungen der Kinder in die Bahnen lenkt und zum richtigen Zeitpunkt wichtige Impulse sendet. Die Partnerarbeit stand sehr stark im Vordergrund und der Frontalunterricht trat praktisch komplett zurück“, so der Klassenlehrer.

 

Präsentation von Arbeitsergebnissen an der digitalen Tafel

Präsentation von Arbeitsergebnissen an der digitalen Tafel

Arbeitsergebnisse diskutieren

Im neu eingerichteten Multifunktionsraum der GS Schelmengraben nutzten Hans-Christian Dederer und die Viertklässler neben den iPads auch weitere technische Hilfsmittel für den mediengestützten Unterricht, wie zum Beispiel die Kombination aus Beamer und weißer Tafel. „Gruppe 1 schaltet sich jetzt bitte auf die Tafel und stellt ihre Fotogeschichte vor“, so leitet Hans-Christian Dederer das Ende der Gruppenarbeit ein. Drei Schülerinnen verbinden sich mit dem an den Beamer angeschlossenen Apple TV und zeigen das Arbeitsergebnis ihren Klassenkameraden – Barbie-Puppen erzählen eine Geschichte aus dem Sachkunde-Buch nach. Über den Sender/Empfänger wird der Bildschirm des iPads an die Tafel geworfen und gemeinsam kann so das Unterrichtsergebnis von Lehrern wie Schülern diskutiert werden.

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Grundschule setzt künftig auf Mobilität

Dederers Fazit nach der Projektzeit: Die Schüler hatten die Möglichkeit sich an den modernen Unterrichtsmitteln auszuprobieren und ihr technologisches Vorwissen aus dem Alltag gewinnbringend einzusetzen. Sie brachten viele sinnvolle Vorschläge ein und gingen sorgsam mit den Geräten um. Im Unterricht war die Binnendifferenzierung noch besser umsetzbar und vor allem das „entdeckende Lernen“ funktionierte mit den iPads sehr gut und bereicherte den Unterricht. Für die Grundschule Schelmengraben war die Projektphase auch ein Differenzierungsprozess im Sinne der intern anstehenden Medienentwicklungsplanung.

 

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