Tableteinsatz und Inklusion

NiklasMit der Modellregion Inklusion hat sich die Landeshauptstadt Wiesbaden gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt als eine der ersten Kommunen Hessens dem großen schul- und gesellschaftspolitischen Thema Inklusion und damit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskommision angenommen. Wiesbadener Schülern – behindert und nichtbehindert – eröffnet dies die Chance, Unterschiede nicht als Bedrohung, sondern als Chance in einer pluralistischen Gesellschaft wahrzunehmen.

In einer weiteren Hinsicht beschreitet Wiesbaden als Schulträger neue Wege in seiner Schullandschaft: In einem bundesweit einzigartigen Pilotprojekt wurden die Möglichkeiten des Lernens mit Tabletcomputern in vier Gymnasien erprobt und durch die Universität Mainz wissenschaftlich ausgewertet und evaluiert. Schüler und Lehrer haben Tablets als einfach zu bedienende, hoch verfügbare Medien im Unterricht kennen und schätzen gelernt und für Information, Kommunikation, Produktion und Präsentation in vielfältiger Weise eingesetzt.

Mit Beginn des Schuljahres 2014/15 ist ein neues Projekt gestartet, bei dem inklusiv arbeitende Grundschulen und Förderschulen die Möglichkeit haben, iPad-Klassensätze über das Medienzentrum Wiesbaden für Medienprojekte und Unterrichtsvorhaben auszuleihen. Für behinderte Schüler ermöglichen diese mobilen Geräte, Kommunikation zu unterstützen, motorische Beeinträchtigungen zu kompensieren oder Einschränkungen aufgrund von Sinnesbeeinträchtigungen abzumildern.

Darüber hinaus wird in der medienpädagogische Diskussion das Lernen mit mobilen Endgeräten als eine Chance angesehen, individualisiertes und selbstgesteuertes Lernen zu entwickeln und zu unterstützen. Hierfür eignen sich Tablet-Computer in idealer Weise, weil sie als dezentral eingesetztes Medium den individuellen Lern- und Aneignungsprozess medial begleiten können. Damit korreliert dieser Ansatz hoch mit dem zentralen didaktischen Postulat inklusiven Lernens, nach dem jeder Schüler seine ihm gemäßen Lernziele und Wege individuell entwickeln soll. Dies gilt übrigens nicht ausschließlich für Schüler mit Behinderungen oder sonstigen Faktoren, die ihren schulischen Erfolg beeinträchtigen könnten, sondern ebenfalls für Schüler mit besonders hohem Leistungsvermögen.

An dem Inklusionsprojekt nehmen zunächst die Adalbert-Stifter-Schule, die Blücherschule, die Grundschule Schelmengraben, die Riederbergschule sowie die Karl-Gärtner-Schule als Grundschulen und die Bodelschwinghschule und die Fluxusschule als Förderschulen teil. Die gemeinsame Vorbereitung, Erprobung und Auswertung von Unterrichtsprojekten durch die beteiligten Lehrer sowohl an Grund- als auch Förderschulen verspricht einen Kompetenztransfer, der für die praktische Realisierung von Inklusion eine wichtige Voraussetzung ist.

Neben dem Medienzentrum Wiesbaden wird dieses Projekt besonders durch die Fachberatung des Staatlichen Schulamts unterstützt: Sie bietet den KollegInnen die Möglichkeit, Informations- und Fortbildungsangebote wahrzunehmen, in denen exemplarische Unterrichtseinheiten vermittelt, über die pädagogisch-didaktischen Möglichkeiten informiert und in die praktische Handhabung der Geräte und Anwendungen einführt wird.

Die Erfahrungen der Schulen werden in diesem Blog sowie im Rahmen der Informationsveranstaltungen der Modellregion Inklusion am Mittwoch, dem 10. Dezember 2014 in der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule vorgestellt werden.

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