Elly-Heuss-Schule beschreitet digitalen Weg des Lernens

Meldung des Pressedienstes der Landeshauptstadt Wiesbaden
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14. September 2012

Bei einer internen Veranstaltung am Donnerstag, 13. September, hat die Elly-Heuss-Schule das „iPad-Projekt“ vorgestellt; dabei haben Lehrer von ihren Erfahrungen berichtet. Die Elly-Heuss-Schule testet Tablets für den Unterricht im ersten Schulhalbjahr 2012/2013.

Projektkoordinatorin und MINT-Leiterin Christina Dietz begrüßte Lehrer, Schüler- und Elternvertreter zur Vorstellung des iPad-Projekts an der Elly-Heuss-Schule.

Junge Menschen sollen Medienkompetenz erwerben – das ist eine Anforderung aus Gesellschaft und Wirtschaft und ein wichtiger Auftrag an die Schule. Beim Erwerb von geeigneten Medien für den entsprechenden Unterricht werden Schulen dann jedoch oft allein gelassen. In Wiesbaden soll das nicht so sein. Deshalb hat sich das Schulamt für einen außergewöhnlichen Weg entschieden und erprobt die Eignung von zwei unterschiedlichen Tablet-PCs für den Unterricht im ersten Schulhalbjahr 2012/2013. „Das Arbeiten mit den Tablets wird sechs Monate lang ausprobiert, dokumentiert und ausgewertet“, so Wiesbadens Schuldezernentin Rose-Lore Scholz.

Stolz zeigte Alfred Bonk einen von seinen Schülern mit dem iPad erstellten “Stop-Motion”-Film aus dem Biologie-Unterricht und schilderte Erfolge und Hürden auf dem Weg dorthin.

Bewerben durften sich alle Wiesbadener Schulen, die die vorgegebenen Voraussetzungen erfüllten. Das Rennen um die zu testenden iPads machte die Elly-Heuss-Schule mit einer herausragenden, digital animierten Bewerbung. Am Donnerstag, 13. September, stellte die Elly-Heuss-Schule erstmals das Projekt dem Kollegium sowie Schüler- und Elternvertretern vor. „Bei solch zukunftsweisenden Projekten ist es wichtig, Lehrer, Schüler und Eltern gleichermaßen möglichst frühzeitig einzubinden, um einen guten Start zu ermöglichen“, sagte Professor Dr. Stefan Aufenanger von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz bei der Projektvorstellung. Gemeinsam mit Luise Ludwig begleitet er das Projekt in einer wissenschaftlichen Studie, die später Aufschluss geben soll, inwiefern das Lernen mit Tablets pädagogischen Nutzen beweist.

„Im Rahmen unserer Entwicklung hin zur selbstständigen Schule und angesichts eines bereits ins Auge gefassten mobilen Medienkonzepts war die Ausschreibung für uns ein Glücksfall“, so der Schulleiter der Elly-Heuss-Schule, Reinhard Rzytki. Von der Teilnahme an dem Projekt erhoffe sich die Schule Impulse für den künftigen Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht. „Im Mittelpunkt steht dabei nicht die neue Technik, sondern der Beitrag zur Verbesserung von Methodik und Didaktik im Unterricht“, sagte die Projektkoordinatorin und Fachbereichsleiterin MINT, Christina Dietz, bei der internen Vorstellung. „Die Frage soll keinesfalls lauten: Welchen Unterricht muss ich halten, um das Tablet einzusetzen? Im Gegenteil, das iPad soll nur in den Stunden zum Einsatz kommen, in denen es einen ‚analogen Unterricht’ bereichern und neue Lernchancen eröffnen kann“, erläuterte sie den Konsens der beteiligten Lehrer und Fachkonferenzen.

Richtig viel und richtig tolle Musik machten Jan Grenners Schüler bereits mit dem iPad, unter anderem auf der Busfahrt nach Kassel zur documenta. “So werden Freiräume zu Lernräumen”, kommentierte Expertin Lusie Ludwig von der Uni Mainz.

In Physik, Englisch, Biologie, Mathematik, Medienerziehung und Musik werden die iPads seit Ende der Sommerferien eingesetzt. Schon vor der unterrichtsfreien Zeit ließen sich die Lehrer in einem Intensivkurs auf das Arbeiten mit dem Tablet im Unterricht vorbereiten. Die für die Bewerbung ausgearbeiteten Konzeptideen für Unterrichtsstunden wurden in den Ferien vertieft und nun erfolgreich in den ersten Stunden umgesetzt. Im Herbst folgen dann zusätzliche technische und didaktische Schulungen.

Im Rahmen der internen Projektvorstellung präsentierte unter anderem Alfred Bonk ein Projekt aus dem Biologie-Unterricht: Die Schüler erstellen in Vierergruppen eine Videoanimation in „Stop-Motion-Technik“ zu den Vorgängen bei der Entstehung des Ruhepotenzials sowie bei der Entstehung und Weiterleitung von Aktionspotenzialen an der Nervenzelle. Wie ein solches Video auszusehen hat, wissen die Schüler aus vorangegangenen Stunden. Die entsprechenden Vorbereitungen zum Film werden als Hausaufgaben, in einer Stunde und an einem Modell vorbereitet – dann dürfen die Schüler das Gelernte als Video umsetzen. Zusätzlich erhält jeder Schüler einen Sprechpart um das Gefilmte zu kommentieren. „Die Schritt-für-Schritt-Erstellung der Animation führt zu einer Entschleunigung der Lernprozesse und hoffentlich zu einer intensiven Auseinandersetzung sowie einem vertieften Verständnis der biologischen Prozesse; auch das anschließende Einsprechen eines Kommentars führt zu einer weiteren Vertiefung“, so Bonk.

Unter der Koordination von Schulleiter Reinhard Rzytki (links) folgte der Projektvorstellung eine rege Fragerunde. Luise Ludwig und Prof. Dr. Stefan Aufenanger von der Uni Mainz standen den interessierten Lehrern und Eltern Rede und Antwort.

Hält das WLAN-Netz die Belastung durch 32 iPads aus? Welche Apps müssen angeschafft werden für einen sinnvollen Unterricht und was kosten die? Wie werden die Geräte transportiert, gelagert, geladen und synchronisiert? „Wir sind dankbar, dass uns bei all diesen Fragen nicht nur das Schulamt als Initiator des Projekts tatkräftig unterstützt hat, sondern auch das Medienzentrum Wiesbaden und unser IT-Ausstatter ‚Rednet’“, sagte Projektkoordinatorin Dietz.

Weitere Erfahrungen, Erlebnisse, Hürden und Erfolge beschreiben die Projektbeteiligten online im Blog zum Projekt unter http://pads.wiesan.de.

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