Es geht los: Die iPads sind da!

In Raum 112, am Montag um 15:30 Uhr, war es endlich soweit: Die iPads sind in der Elly-Heuss-Schule angekommen. Zwei Koffer à 16 Tablets lieferte der IT-Ausstatter REDNET in der Schule ab – und Techniker Nils Korndörfer erklärte die wichtigsten technischen Funktionen der Koffer und Geräte.Was ist in den Koffern drin?
Die robusten PARAT-Koffer dienen zum Verstauen, Transportieren, Laden und Synchronisieren der insgesamt 32 iPads. Ein zusätzliches Tablet steht übrigens für Notfälle – wie zum Beispiel bei einer Gerätereparatur – zur Verfügung. In den Koffern finden neben den jeweils 15 Schüler- und einem Lehrer-iPad auch ein AppleTV* und ein AirPort Extreme** Platz. Über einen zentralen Stromanschluss können dieTablets im geschlossenen (und abgeschlossenen) Koffer über einen Timer geladen werden. Danach geht der Koffer automatisch vom Strom. Über die Verbindung im Koffer können die iPads jetzt außerdem durch den Anschluss des MacBooks zentral und einfach mit Apps „betankt“ werden. Die wichtigsten Apps wurden auf den 32 EHS-iPads bereits von REDNET vorinstalliert – weitere kostenpflichtige spielt die Projektverantwortliche Frau Dietz mit Techniker Nils gemeinsam auf. Mit den Koffern wurden außerdem zwei interaktive Beamer geliefert. Dank der Leihgabe von EPSON können so in der Testphase Bildschirme der iPads sowie gemeinsame Tafelbilder auch in Klassenräumen ohne elektronische Tafel an die Wand geworfen und zusammen bearbeitet werden.

* AppleTV übermittelt den Bildschirm eines Lehrer- oder Schüler-iPads an die digitale Tafel oder via Beamer an die Wand. Der kleine Kasten „streamt“ außerdem Videos, Fotos und Musik von iPad, iPhone, iPod und MacBooks. So können Stoff, Tafelbilder, Gruppenergebnisse oder Hausaufgaben gemeinsam bearbeitet und besprochen werden.

** Der AirPort Extreme erzeugt ein geschütztes, lokales Netzwerk für bis zu 50 Nutzer. Über den USB-Anschluss kann eine externe Festplatte zum Datenaustausch genutzt werden. Schüler können über das Netzwerk auf Dokumente, Videos, Fotos und andere Dateien, die sich auf dem Laufwerk befinden, zugreifen. Zur Sicherheit können für jeden Benutzer oder jede Klasse im Netzwerk ein kennwortgeschützter Account eingerichtet oder für bestimmte Dateien und Ordner Lesezugriffe definiert werden.

Hürden kurz vorm Start: Internet und Datenaustausch

Dicke Wände, große Distanzen – das Wiesbadener Medienzentrum hatte sich in den vergangenen Ferien-Wochen viel Mühe gemacht, um für alle beteiligten Fachkonferenzen in der Elly-Heuss-Schule eine funktionierende Internetverbindung zur Verfügung zu stellen. Ganz so einfach ist das – wie in vielen anderen Vorreiterschulen, die neue Medien nutzen wollen – leider nicht. Umso spannender ist für alle Beteiligten die Frage: Wie werden die ersten iPad-Stunden verlaufen? Klappt alles? Bei der ersten Schulung – wir erinnern uns – hatte die FRITZ!Box trotz mehrerer Versuche den Dienst verweigert. Deswegen stellt das Medienzentrum der Schule sechs Access Points von Cisco zur Verfügung. Mit ihnen kann ein Online-Netzwerk hergestellt werden. Wie gut diese Lösung funktioniert, müssen die Pädagogen jetzt testen. Auch wenn zum gemeinsamen Arbeiten nicht zwangsweise das Internet gebraucht wird, wäre das in vielen Fällen auf jeden Fall sinnvoll und manchmal eben auch dringend notwendig, da sind sich die beteiligten EHS-Lehrer einig.

In der zweiwöchigen Erprobungsphase steht das IT-Team von REDNET den Lehrern gemeinsam mit dem Medienzentrum besonders intensiv zur Seite. „Wir haben uns extra Kapazitäten freigehalten“, sagte Herr Nickel vom Medienzentrum bei der iPad-Übergabe. Während das Medienzentrum für die gute WLAN-Anbindung verantwortlich zeichnet, kümmert sich der Apple-Spezialist von REDNET, Nils Korndörfer, um die Beantwortung technischer Fragen der Machbarkeit, z.B.: Wie können Schüler Dokumente an sich selbst schicken? Hintergrund der Frage ist das Ziel, das die Schüler, die im Unterricht bearbeiteten Dokumente von den Leih-Tablets zu sich nach Hause mailen und dort weiterbearbeiten können. Ist hier ein Dummy-Account sinnvoll, auf den jeder Nutzer des jeweiligen iPads uneingeschränkten Zugriff hat? Oder ist es besser, wenn sich die Schüler die Dokumente online über ihre privaten Accounts schicken? Was ist hier zu bedenken?

Auch der Datenaustausch ist immer noch ein wichtiges Thema für die beteiligten Pädagogen. Ein vom Medienzentrum zur Verfügung gestelltes NAS (Network Attached Storage) können die Lehrer als WebDav – eine Art Online-Festplatte – nutzen. Über WLAN können bis zu einer Terabyte Daten auf der kleinen Festplatte gespeichert und wieder abgerufen werden. Auch hier muss die Erprobungsphase in den kommenden Wochen zeigen: Was ist praktischer? Der Anschluss der externen Festplatte an den AirPort Extreme oder das NAS, das zur Nutzung auch immer im Koffer dabei sein muss.

Praktisches und Pragmatisches

Direkt nach der Übergabe werden alle iPads ins WLAN der Schule eingebunden. Schritt 2: Jedes iPad erhält eine Nummer – einmal als Aufkleber und einmal elektronisch – und ist damit auch jeweils einem Koffer zugeordnet. Gute Idee: Eine in den Koffer eingelegte Nutzerliste wird künftig dokumentieren, welcher Schüler welches iPad in der Stunde ausgeliehen hatte – das erleichtert den Verantwortlichen das Vorgehen im Schadensfall und nimmt die Kinder in die Verantwortung beim pfleglichen Umgang mit den Tablets. „Apps können außerdem nur mit der Eingabe eines Passwortes gelöscht werden – und das bekommen nur die Lehrer“, so Techniker Nils.

Der praktische Start des Projekts findet hinter „verschlossenen Türen“ statt – ein erster Probelauf ohne Schüler soll Fehlerquellen ausmerzen und dafür sorgen, dass im Unterricht schnell und reibungslos mit den neuen Geräten gearbeitet werden kann. Auch der Austausch unter den beteiligten Pädagogen ist wichtig: Bei regelmäßigen, voraussichtlich wöchentlich stattfindenden Treffen sollen künftig Probleme erörtert, Ideen ausgetauscht und Erfahrungen gesammelt werden.