iPads im Musik-LK der EHS

An dieser Stelle möchte ich über zwei bisherige Einsatzgebiete des iPad in meinem Musik-Leistungskurs berichten.

In der letzten Sitzung (Einzelstunde, Freitags) ging es um Formenlehre, genauer gesagt um die Form der klassischen Sinfonie. Hierzu gibt es  zahlreiche Veröffentlichungen, die aufgrund ihrer didaktischen Verkürzung in oftmals unzulässiger Weise den musikalischen Kern eines Werkes verfälscht darstellen. Einen ganz neuen und m.E. nach genialen Ansatz  zur Formenlehre liefert Prof. Dr. Ulrich Kaisers Themenheft “Sonate & Sinfonie”, das als open book (Schülerheft, Lehrerhaft, incl. Hörbeispiele als Audio-Dateien!) kostenlos zum download zur Verfügung steht.

(http://www.kaiser-ulrich.de/publikationen/openbooks)

Was lag also näher, als dieses Paket auf die iPads zu übertragen? So hat jede Schülerin – der Kurs besteht ausschließlich aus Mädchen – ihr eigenes e-book vor sich.

Nachdem ich die pdf Datei mit dem Schülerheft in iFiles meines iPad geladen hatte, legte ich mir die iPads für den Kurs zurecht und begann per “share”-Funktion in iFiles mit der Übertragung an die über das WLAN-Netz erkannten iPads; dies funktionierte allerdings nicht – es gab ständig diverse Fehlermeldungen (iPad nicht bereit, Datei kann nicht übertragen werden, etc.). Letztlich ging es nur über die in iFiles integrierte Möglichkeit der Übertragung per Bluetooth, dies jedoch so langsam, dass ich in der Freistunde vor der Musikstunde genau ein iPad bespielen konnte – und es handelte sich lediglich um eine pdf-Datei…

Also blieb nur noch die Übertragung meines iPad-Bildschirms, auf dem sich das Schülerheft ja ebenfalls befand, per Air-Play/Apple-TV auf den Beamer. Das Bild wurde jedoch immer nur für ein, zwei Minuten angezeigt, bevor die Verbindung zwischen iPad und Apple-TV wieder unterbrochen wurde. Woran das wohl lag? Ein Blick in die im WLAN angemeldeten Apple-TV Geräte verriet, dass es ein zweites Apple-TV gab, das zur gleichen Zeit irgendwo in der Schule im Einsatz war und ebenfalls anwählbar war (war das etwa Herr Eismann in der Physik?). Möglicherweise versuchte der Kollege, sich nicht in sein Aplle-TV einzuwählen (“Apple-TV 2″), sondern in meines (“Apple-TV”)? Ich kam nicht dahinter, weshalb ich nach etlichen Fehlversuchen wieder zum guten alten Macbook griff, dieses ganz normal per Kabel an den Beamer anschloss, und von dort das Sonatenheft an die Wand warf. Schade, dass es nicht funktioniert hat. Mal sehn, ob es das nächste Mal klappt.

Die zweite Anwendung funktionierte etwas besser: Mit Hilfe der Musikanwendung “Garage Band” können ja komplette Mehrspuraufnahmen virtueller Instrumente sowie echten Audiospuren per Mikrofon angefertigt und zu einem Song zusammengemischt werden. Außerdem gibt es eine “Jam Session”-Funktion, bei der bis zu drei iPads über das WLAN miteinander synchronisiert werden und sozusagen eine “Band” bilden. Wenn nun auf dem als Bandleader definierten iPad die Aufnahme gestartet wird, starten synchron die anderen iPads ebenfalls. Alle drei Spielerinnen spielen nun gleichzeitig ihr Instrument ein (mithilfe der virtuellen Tastatur auf dem Display), und im “Master”-iPad werden die Spuraufzeichnungen gesammelt.

Es entwickelte sich eine sehr kurzweilige Session, in der die Schülerinnen mit großem Spaß bei der Sache waren. Aber auch hier gab es einen Wermutstropfen: Zum einen wurden öfter die Geräte aus unerfindlichen Gründen aus der Session gekickt, sodass diese ganz neu aufgebaut werden musste (vermutlich war das WLAN Schuld), und zum anderen wurden zwqr die eingespielten Spuren auf dem Master-iPad angezeigt, aber die Audiodaten der einzelnen Spuren verblieben dennoch auf den jeweiligen Geräten, sodass man den fertigen Song doch nicht am Ende auf einem einzigen Gerät zur Verfügung hatte.

Bis hierher konstatiere ich: Die Einsetzbarkeit des iPad im (Musik-) Unterricht ist größtenteils abhängig von eine stabilen, funktionierenden WLAN.

Jan Grenner

Ein Gedanke zu “iPads im Musik-LK der EHS

  1. Zur Zeit arbeitet der Domaincontroller der Elly-Heuss-Schule nicht zuverlässig. Unser erster Versuch, ihn durch ein Produkt der Fa. Univention zu ersetzen ist leider fehlgeschlagen, die Umstellung wird erst in den Herbstferien erfolgen.
    Der Domaincontroller ist in erster Linie dafür verantwortlich sein, dass die iPads eine gültige Netzwerkkonfiguration erhalten, da der Domaincontroller auch DHCP-Server ist. Er ist aber gleichzeitig auch DNS-Server und verhindert im Fehlerfall dann auch das Auflösen von Webadressen.
    Eine bestehende WLAN-Verbindung dürfte davon nicht betroffen sein, ich befürchte die geschilderten Probleme sind damit also nicht erklärt.
    Wir bereiten einen gesonderten DHCP-Server vor, den wir evtl. Donnerstag installieren können, in der Hoffnung, das Netzwerk zu stabilisieren.

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