PoWi: Internetrecherche im Vergleich zwischen einer iPad-Klasse und einer konventionell unterrichteten Klasse.

In der Unterrichtsreihe zum „Jugend und Recht“ wurde in der vergangenen Woche eine Internetrecherche eingebunden. Nachdem die Schüler in der iPad-Klasse und der Parallelklasse den Aufbau des Rechtssystems in der BRD analysiert hatten, sollten die Schüler zu den verschiedenen Organen des Rechtssystems (z.B. Bundesverfassungsgericht, Finanzhof, Sozialgericht usw.) Gerichtsprozesse heraussuchen, um einen Einblick zu in die Arbeit der Gerichte zu bekommen. Die Aufgabenstellung orientierte sich an einem Vorschlag des Buches „Mensch und Politik“ (Sek. I), allerdings sollte die Recherche jetzt im Internet stattfinden und nicht, wie vorgeschlagen, in Zeitungen und Magazinen. Dies hatte den Vorteil in kurzer Zeit einen breiten Einblick in die Arbeit der verschiedenen Gerichte zu bekommen. Um zu vergleichen, wie die Schüler die Recherche angehen, hatte ich Website´s voreschlagen.

In der iPad-Klasse verlief die Recherche planmäßig und ohne disziplinarische Probleme. Da jeder Schüler ein iPad zur Verfügung hatte, kam hier eine besondere Vielfalt an Gerichtsprozessen zustande, die gewinnbringend für das Unterrichtsziel war. Ich musste nur wenig steuernd eingreifen.

Einen Tag später habe ich die Recherche in der Parallelklasse durchgeführt. Im Vorfeld war zu prüfen, ob der PC-Raum frei war. Während der Doppelstunde war er nur eine Stunde frei. Deshalb musste ich meine Unterrichtsplanung am Abend zuvor etwas umstrukturieren. Trotzdem konnte die Recherche am Freitag in der 6. Stunde durchgeführt werden.

Der Wechsel in den PC-Raum kostete, inkl. Einpacken, Zuschließen, Aufschließen, Verteilen an die PC und Hochfahren der PC ca. 10 Minuten. Im PC-Raum mussten sich die Schüler in der Regel zu zweit einen PC teilen, manche mussten sogar zu dritt oder gar zu viert an einem PC arbeiten. Die räumliche Enge im PC-Raum (siehe Bilder) führte mitunter dazu, dass nicht alle Schüler effektiv an dieser Aufgabenstellung arbeiten konnten, mitunter sogar abgelenkt waren.

Zusätzlich hat sich gezeigt, dass die Schüler der Klasse 8b nicht so flexibel mit Suchbegriffen umgingen wie die iPad-Klasse. Viele beschränkten sich bei der Suche auf die Suchmaschine google.de und gaben in der Regel nur den Begriff „juristische Streitigkeiten“ in die Suchmaske ein, der auch in der Aufgabenstellung stand. Erst durch Hinweise meinerseits wurden die Schüler flexibler im Umgang mit der Suchmaschine.

In der iPad-Klasse haben ebenso die meisten Schüler die Suchmaschine google.de verwendet. Einige wenige auch die Suchmaschine bing.com und ebenso die Metasuchmaschine search.com. Mehrere Schüler gingen die Internetrecherche so an, dass sie die Organe des Rechtssystems eingaben und zusätzlich Begriffe „juristische Streitigkeiten“, „Prozess“ oder „Gerichtsprozess“. Dadurch kamen vielfältigere Beispiele zustande.

Anzumerken ist auch, dass in der Parallelklasse während der Internetrecherche für mehr Disziplin gesorgt werden musste, da die Schüler durch die willkommene Abwechslung der Methode wohl etwas aufgedreht waren, ebenso, dass es aber auch die letzte Stunde vor dem Wochenende war.

Abschließend lässt sich sagen, dass der organisatorische Aufwand einer Internetrecherche ohne iPads, also z.B. durch den Raumwechsel, insbesondere wertvolle Unterrichtszeit kostet, die dann z.B. in der Sicherungsphase fehlt. Zumindest bei diesem Vergleich zeigte sich die iPad-Klasse flexibler bei der Auswahl und Bedienung der Suchmaschinen. Mit dem iPad und einem guten Netzwerk in der Klasse kann diese Methode unkompliziert eingesetzt und angewandt werden.

Zu den Bildern:

Die räumliche Enge im PC-Raum störte das Arbeiten bei der Internetrecherche.
(Die Schüler haben zwar den Fotos zugestimmt, trotzdem habe ich die Gesichter verfremdet. Ich bitte um Verständnis.)

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